Coding is Always Correct

Ich bin kein Programmierer. Ich bin Soziologe. Aber ich interessiere mich seit jeher für technische Innovationen. Es war immer ein Traum, mir das Programmieren beizubringen. Gescheitert bin ich bislang jedes Mal. Mal aus Zeitgründen. Mal auf Seite 30 eines Lehrbuchs. Weil Autor:innen zwischen Kapitel 4 und 5 einen Sprung machten, den ich nicht mehr nachvollziehen konnte. Meist, weil die Beispiele aus dem Alltag und der Lebenswelt der Autoren stammten — nicht aus meiner.

Mit KI und Vibe Coden ist das anders.

Ich setze Dinge um, die meinen Alltag und meine Lebenswelt durchdringen. Einen Budget Buddy. Einen Soziologie-Blog. Apps für die Uni — für uns und für die Studierenden. Das Lernen passiert nicht mehr an fremden Beispielen, sondern an eigenen Projekten, die mir etwas bedeuten.

Und ja, natürlich bin ich Laie. Aber ich werde besser. Von Tag zu Tag. Auch wenn Projekte im Sand verlaufen — ich lerne mit jedem einzelnen dazu.

Demokratisierung durch Dilettantismus

Lasst Euch nicht von den Unkenrufen abbringen, dass Vibe Coding Quatsch sei und amateurhaft. Ja. Ist es. Aber genau das macht Vibe Coding zu einem demokratischen Instrument. Es senkt die Einstiegsschwelle. Nicht jeder muss Informatik studiert haben, um eine Idee in Code zu übersetzen.

Und hier passiert etwas, das die Kritiker übersehen: Man bleibt nicht Laie. Ich lerne mit der KI Begriffe am Objekt. Ich probiere aus, scheitere, probiere erneut. Inzwischen lasse ich vibe coden — aber schreibe schon die ersten Zeilen selbst. Ich habe viel über SQL, PHP, TypeScript und Supabase gelernt. Ich werde jeden Tag besser darin, Code selbst zu lesen und zu verstehen. Mit Lovable angefangen, schreibe ich mittlerweile mit Claude Code und arbeite direkt am Code.

Die Spaghetti-Strategie

Im Deutschlandfunk-Podcast habe ich kürzlich von der „Spaghetti-Strategie" im Silicon Valley gehört: Wirf KI-Produkte wie Spaghetti an die Wand. Irgendwann bleibt eine hängen. Und genau so funktioniert es. Ich habe circa 20 App-Ideen angefangen. Und jetzt verdichten sich diese Ideen auf zwei, drei Projekte, die ich konsequent weiterverfolge. Weil sie Sinn machen. Zum Beispiel dieses SocioloVerse — und meine Studera-App für Studierende. Insbesondere für Akademiker:innen, die die Ersten in ihrer Familie sind. Erstis an der Uni im doppelten Sinne.

Selbst aus einem Metzgerhaushalt als erster Akademiker, gebe ich hier meine Erfahrungen weiter. Und die Apps wachsen — jeden Tag einen kleinen Schritt. Ich habe privat sogar eine erste studentische Mitarbeiterin eingestellt: Kathinka. Ein kleiner, aber ein Arbeitsplatz, der durch Vibe Coding entstanden ist.

Also fangt an. Coding is Always Correct — auch wenn der Code erst einmal Bugs enthält. Das geht den „großen" Programmierer:innen nicht anders.

Diskutiere diesen Text, seine Begriffe oder Denker:innen mit Sociologica. Dialektisch (Lesart + Gegen-Lesart), mit Leitfrage zurück an dich.

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Öffne ChatGPT, Claude oder ein anderes KI-Tool und schreib: „Ich habe eine Idee für eine App, die [Dein Problem] löst. Erkläre mir Schritt für Schritt, wie ich damit anfangen kann — ohne Programmierkenntnisse." Lies die Antwort. Und dann: Mach den ersten Schritt. Melde Dich bei Lovable an. Oder öffne ein Terminal.

Welche Idee trägst Du schon lange mit Dir herum — und was hält Dich davon ab, sie einfach auszuprobieren?

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